Cobots für kleine Losgrößen bewerten
Ein Cobot lohnt sich bei kleinen Losgrößen, wenn die Aufgabe wiederkehrt, die Teile über mindestens sechs Monate stabil bleiben und sich die Investition in 1,5 bis 3 Jahren amortisiert. Das alte Nein galt der tagelangen Programmierung je Teilewechsel; heute wird ein Cobot per Handführung in Minuten bis Stunden eingerichtet, und das Programm bleibt für Wiederholläufe gespeichert. Gerechnet wird mit den Gesamtkosten der Zelle, dem Anderthalb- bis Dreifachen des Listenpreises.
Wie berechne ich die Amortisation eines Cobots?
Die Amortisation ergibt sich aus den Gesamtkosten der einsatzfähigen Zelle geteilt durch den jährlichen Nettonutzen. Der Arm ist nur rund ein Drittel der Projektkosten; Greifer, Teilezuführung, Integration, Risikobeurteilung und Schulung bringen die Zelle als Faustregel auf das Anderthalb- bis Dreifache des Listenpreises. Auf der Nutzenseite zählen tatsächlich produktive Stunden mal Vollkostensatz, abzüglich der eigenen Betreuungszeit für Bestücken und Umrüsten, plus weniger Ausschuss und Nacharbeit. Ein Rechenbeispiel aus dem Zweischichtbetrieb: 90.000 Euro ersetzte Tätigkeiten und 15.000 Euro weniger Ausschuss im Jahr, dagegen 12.000 Euro Wartung und Energie, macht rund 93.000 Euro Nettonutzen. Realistisch liegen Amortisationen bei 1,5 bis 3 Jahren, wenn alle Posten ehrlich eingerechnet sind.
Lohnt sich ein Cobot für kleine Stückzahlen?
Ja, wenn die Teile wiederkehren: Ein Teil, das viermal im Jahr in Losen von 80 Stück läuft, ist ein guter Kandidat, weil das Programm nach dem ersten Mal existiert und jeder weitere Lauf nur noch das Umrüsten kostet. Der frühere Grund für das Nein, tagelange Programmierung durch Spezialisten je Teilewechsel, ist weitgehend entfallen: Moderne Cobots werden grafisch oder per Handführung in Minuten bis Stunden eingerichtet, Wechselgreifer und Kameraerkennung reduzieren den Vorrichtungsbau. Eine Grenze bleibt bei Einzelstücken ohne Wiederholung und bei Teilen, die sich alle paar Wochen ändern. Der Robotik-Check stellt fünf Fragen: manuelle Stunden je Woche, immer gleiche Teile, sechs Monate stabil, Statussignale vorhanden, Engpass an dieser Station. Ein Nein bei den Fragen zwei bis fünf ist ein Stoppschild.
Cobot-Investition Mittelstand
Für den Mittelstand stehen drei Wege offen: Kauf rechnet sich bei langfristig sicherer Auslastung am besten und bindet Kapital, Leasing schont die Liquidität gegen höhere Gesamtkosten, wobei Integration und Greifer meist außerhalb der Rate stehen, und Roboter als Service verlagert das technische Risiko zum Anbieter und kostet je Stunde am meisten. Rechnen Sie alle drei Wege auf fünf Jahre vollständig durch, mit Wartung, Energie, Schulung und der eigenen Betreuungszeit. Ob zaunlos gearbeitet werden darf, entscheidet die Risikobeurteilung der Applikation nach ISO/TS 15066, unabhängig vom Etikett am Arm. In die Rechnung gehören auf der Ertragsseite auch entlastete Fachkräfte, mehr Durchsatz durch Nacht- und Wochenendbetrieb und die geringere Belastung bei monotonen Aufgaben. Entscheidend bleibt die Auslastung.
Robotik-Amortisation berechnen
Die Robotik-Amortisation berechnen Sie über vier Hebel: Stückkosten, die durch Automatisierung sinken, zusätzliche Schichten, weil der Roboter nachts und am Wochenende läuft, weniger Ausschuss durch konstante Qualität und weniger ungeplanter Stillstand. Realistisch sind oft 1,5 bis 3 Jahre, wenn Peripherie, Integration, Programmierung und Schulung auf der Kostenseite stehen. Der Anschaffungspreis allein taugt als Kriterium wenig, denn ein Roboter rechnet sich über Stückzahl und Laufzeit. Bei Schweißarbeiten in kleinen Serien entscheidet die Programmierung: Mit Offline-Programmierung entsteht das Programm am CAD-Modell, während die Zelle weiterproduziert, und die Anlage bleibt für den Teilewechsel in Betrieb. Für feste Taktzeiten und hohe Stückzahlen passt eher die geschlossene Zelle als der Cobot; die Wahl hängt an Stückzahl, Taktzeit und Variantenvielfalt.
Cobot kleine Losgrößen
Bei kleinen Losgrößen entscheidet die Rüstzeit zwischen den Varianten über die Wirtschaftlichkeit des Cobots. Ein manueller Greiferwechsel samt Neueinrichtung dauert nach Praxisberichten 20 bis 30 Minuten, eine Wechselplatte tauscht den Greiferkopf in unter zehn Sekunden; bei drei Wechseln je Schicht sind das rund 75 Minuten gegen unter eine Minute. Kamerabasierte Erkennung bestimmt Bauteil und Greifpunkt und macht feste Vorrichtungen je Variante überflüssig, sodass ein Arbeitsplatz zehn oder mehr Varianten bedient. Die Schnittstelle zum Roboterflansch ist nach ISO 9409-1 genormt, Wechselsysteme verschiedener Hersteller passen deshalb an dieselben Roboter. Gut geeignet sind Drehteile einer Familie und flache Blechteile, schwieriger sind rohe Gussteile und dünnwandige Kunststoffteile. Facharbeiter legen Abläufe per Handführung selbst an.
Begriffe zum Thema
- Cobot
- Kollaborierender Roboter, der ohne trennenden Schutzzaun neben Menschen arbeitet. Sicherheit entsteht durch Kraft- und Geschwindigkeitsbegrenzung, Sensorik und Risikobeurteilung.
- Amortisationszeit
- Gesamtkosten der einsatzfähigen Zelle geteilt durch den jährlichen Nettonutzen. Realistisch bei ehrlicher Rechnung 1,5 bis 3 Jahre.
- Gesamtkosten der Zelle
- Arm plus Greifer, Teilezuführung, Integration, Risikobeurteilung und Schulung. Als Faustregel das Anderthalb- bis Dreifache des Listenpreises.
- Risikobeurteilung nach ISO/TS 15066
- Prüfung der konkreten Applikation, die entscheidet, ob zaunlos gearbeitet werden darf. Sie hängt an Werkstück, Greifer und Bewegung, nicht am Roboter allein.
- Wechselplatte
- Genormte Schnittstelle am Roboterflansch nach ISO 9409-1, über die der Greiferkopf in unter zehn Sekunden getauscht wird.
- Handführung
- Einrichten eines Cobots durch Führen des Arms oder über grafische Bausteine, ohne Programmierkenntnisse. Das Programm bleibt für Wiederholläufe gespeichert.
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