KI im Mittelstand

Ihre Ingenieure machen Routineaufgaben — und es fällt niemandem auf

Wer Ingenieure von Routineaufgaben entlasten will, muss zuerst wissen, wie groß der Anteil wirklich ist. In den meisten Häusern weiß das niemand — denn die Routine versteckt sich nicht in einem Block, sondern in zwanzig kleinen Unterbrechungen am Tag: Daten von einem System ins andere, Statusberichte, die Suche nach der aktuellen Version einer Zeichnung.

Schnellantwort

Ingenieure verbringen in vielen Betrieben 20 bis 30 Prozent ihrer Zeit mit Routineaufgaben ohne Ingenieursbedarf: Datenübertragung zwischen Systemen, Statusberichte, wiederkehrende Rückfragen, Versionssuche. Weil sich das auf viele kleine Unterbrechungen verteilt, unterschätzen Selbsteinschätzungen den Anteil — verlässlicher ist eine zweiwöchige Selbsterfassung in drei Kategorien. Delegierbar an Systeme sind Datenübertragung per Schnittstelle, automatisch erzeugte Berichte und Auskünfte über durchsuchbare Dokumentation. Bei fünf Ingenieuren, 25 Prozent Routineanteil und 90 Euro Vollkostensatz geht es um einen sechsstelligen Jahresbetrag.

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Die teuerste Stunde des Hauses

Eine Ingenieurstunde kostet vollkostengerechnet je nach Region und Erfahrung 70 bis 120 Euro. Bezahlt wird sie für Auslegung, Konstruktion, Problemlösung — verbraucht wird sie zu erheblichen Teilen anders. Übertragen von Stücklisten zwischen Systemen, Nachpflegen von Änderungsständen, Zusammensuchen von Projektinformationen für den Wochenbericht, Beantworten derselben technischen Rückfrage zum dritten Mal. Nichts davon braucht ein Ingenieurstudium. Alles davon liegt beim Ingenieur, weil er der Einzige ist, der die Zusammenhänge kennt oder die Systemzugänge hat.

Ehrlich messen statt schätzen

Befragt man Ingenieure nach ihrem Routineanteil, kommen niedrige Zahlen — nicht aus Unehrlichkeit, sondern weil zwanzig Fünf-Minuten-Unterbrechungen im Gedächtnis nicht als Block auftauchen. Verlässlicher ist eine einfache Selbsterfassung über zwei Wochen: drei Kategorien, Kernarbeit, Routine, Abstimmung, grob in Viertelstunden. Der Aufwand ist minimal, das Ergebnis regelmäßig unbequem. Werte von 20 bis 30 Prozent Routineanteil sind in Konstruktions- und Entwicklungsabteilungen keine Ausreißer, und dazu kommt der Preis jeder Unterbrechung: Wer aus einer Auslegung gerissen wird, braucht spürbar Zeit, um wieder hineinzufinden.

Die Routine eines Ingenieurs versteckt sich nicht in einem Block am Nachmittag. Sie versteckt sich in zwanzig Unterbrechungen, die einzeln harmlos aussehen.

Was sich an Systeme delegieren lässt

Drei Klassen sind heute gut delegierbar. Erstens Datenübertragung: Alles, was nach festen Regeln von A nach B wandert, gehört in eine Schnittstelle oder eine Automatisierung — das ist keine neue Erkenntnis, aber sie wird selten konsequent umgesetzt. Zweitens Berichtswesen: Statusberichte, die aus vorhandenen Systemdaten bestehen, lassen sich automatisch erzeugen und vom Ingenieur nur noch prüfen. Drittens Auskunft: Wiederkehrende technische Rückfragen — Werkstoffdaten, Normauslegungen, frühere Lösungen — lassen sich über durchsuchbare Dokumentation und sprachbasierte Assistenten abfangen, sodass die Frage den Ingenieur gar nicht mehr erreicht. Nicht delegierbar bleibt der Kern: Entscheidungen unter Unsicherheit, neue Auslegungen, Verantwortung.

Fünf Ingenieure, 25 Prozent Routineanteil, 90 Euro Vollkostensatz: Das sind rund zehn Stunden pro Tag, die das Haus zum Ingenieurtarif für Arbeit bezahlt, die kein Ingenieur machen müsste — im Jahr ein Betrag weit im sechsstelligen Bereich. Gegen diese Zahl darf jede Maßnahme antreten: Schnittstellen, Berichtsautomatisierung, Assistenzsysteme. Meist gewinnt sie deutlich. Und der Nebeneffekt ist keiner: Ingenieure, die Ingenieurarbeit machen, bleiben — auch das gehört in die Rechnung.

Die Routine eines Ingenieurs versteckt sich nicht in einem Block am Nachmittag. Sie versteckt sich in zwanzig Unterbrechungen, die einzeln harmlos aussehen.

Häufige Fragen

Wie viel Routinearbeit machen Ingenieure wirklich?

Selbsteinschätzungen liegen meist zu niedrig, weil sich die Routine auf viele kurze Unterbrechungen verteilt. Erfassungen über zwei Wochen zeigen in Konstruktions- und Entwicklungsabteilungen regelmäßig Routineanteile von 20 bis 30 Prozent — Datenübertragung, Berichte, Rückfragen und Suche zusammengenommen.

Wie messe ich den Routineanteil, ohne ein Projekt daraus zu machen?

Mit einer Selbsterfassung über zwei Wochen in drei groben Kategorien: Kernarbeit, Routine, Abstimmung, notiert in Viertelstunden. Das kostet pro Person wenige Minuten am Tag und liefert eine belastbarere Zahl als jede Befragung. Wichtig ist, das Ergebnis nicht zur Leistungskontrolle zu machen, sonst wird geschönt.

Welche Ingenieursaufgaben lassen sich an Systeme delegieren?

Drei Klassen: regelbasierte Datenübertragung zwischen Systemen über Schnittstellen, Statusberichte aus vorhandenen Systemdaten, die nur noch geprüft statt geschrieben werden, und wiederkehrende technische Auskünfte über durchsuchbare Dokumentation oder sprachbasierte Assistenten. Nicht delegierbar bleiben Entscheidungen unter Unsicherheit, neue Auslegungen und Verantwortung.

Was kostet der Routineanteil pro Jahr?

Routinestunden mal Vollkostensatz mal Kopfzahl. Beispiel: fünf Ingenieure, zwei Stunden Routine täglich, 90 Euro pro Stunde ergeben über 200.000 Euro im Jahr. Dazu kommen die schwerer bezifferbaren Kosten der Unterbrechungen und das Abwanderungsrisiko frustrierter Fachleute.

Rechnen Sie aus, was der Routineanteil kostet.

Fünf Minuten, Ihre Zahlen, kein Login. Der Rechner zeigt, was gebundene Ingenieurstunden pro Jahr ausmachen.

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