KI-Kosten im Griff: die TCO-Rechnung für den Mittelstand
Wer KI-Angebote vergleicht, vergleicht meist Lizenzpreise — und übersieht, dass die Lizenz oft der kleinste Posten ist. Hier ist die vollständige Rechnung über drei Jahre: alle Kostenblöcke, die versteckten Posten und die eine Zahl, die auf der anderen Seite stehen muss.
Block 1: Plattform (der sichtbare Teil)
Lizenz- oder Nutzungskosten, meist je Nutzer oder Volumen. Gut vergleichbar — aber Vorsicht bei Modellen, die mit der Nutzung unbegrenzt mitwachsen: Ein erfolgreicher Rollout darf die Kosten nicht bestrafen. Fragen Sie nach Staffeln und Deckeln.
Block 2: Einführung (der unterschätzte Teil)
Quellen anschließen, Berechtigungen abbilden, Pilotgruppe begleiten, Betriebsvereinbarung abstimmen. Seriös beziffert ist das ein einstelliger bis niedriger zweistelliger Tagessatz-Umfang — Angebote, in denen dieser Block fehlt, verschieben ihn nur in Ihre eigenen Personalkosten.
Block 3: Betrieb (der vergessene Teil)
- Pflege: neue Quellen anschließen, Qualität stichprobenhaft prüfen — eine Rolle mit wenigen Stunden pro Woche, kein Vollzeitjob.
- Modell-Updates: sollten im Plattformpreis enthalten sein. Beim Eigenbau sind sie es nicht — das ist der Posten, der selbstgebaute Lösungen im Jahr zwei einholt.
- Support & Weiterentwicklung: klären, was inklusive ist, bevor es gebraucht wird.
Die versteckten Posten beider Richtungen
Zu teuer gerechnet: interne Zeiten der Pilotgruppe (die ohnehin arbeitet — nur eben mit besserem Werkzeug). Zu billig gerechnet: Eigenbau-Betrieb, Urlaubsvertretung für den einen Entwickler, Sicherheits-Updates. Und der größte versteckte Posten überhaupt steht auf keiner Rechnung: die Kosten des ungelösten Engpasses, Monat für Monat.
Die Gegenzahl
Eine TCO-Rechnung ohne Nutzenzahl ist Buchhaltung, keine Entscheidung. Deshalb gehört neben die drei Kostenblöcke die im Piloten gemessene Wirkung: gesparte Stunden × Vollkosten × Fallzahl. Erst dieses Paar — belegte Wirkung gegen vollständige Kosten — trägt eine Investitionsentscheidung.
Häufige Fragen
Mit welchem Budget muss ein Mittelständler rechnen?
Für einen fokussierten Einstieg (ein Use Case, Pilot, Rollout in einem Bereich) deutlich weniger als für klassische ERP-Projekte — konkret hängt es an Nutzerzahl und Quellen. Wichtiger als die absolute Zahl: die Amortisation gegen den gemessenen Engpass, und Fördermittel nicht liegen lassen.
Ist Eigenbau nicht günstiger?
Im Prototyp ja, im Betrieb selten: Modell-Updates, Sicherheit, Verfügbarkeit und Vertretung schlagen ab Jahr eins zu. Die ehrliche Vergleichsrechnung läuft über drei Jahre, nicht über den Demo-Tag.
Ihre TCO-Rechnung aufstellen?
Im Gespräch rechnen wir beide Seiten: vollständige Kosten gegen Ihren bezifferten Engpass.
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