Der Scout: wie edda Ihre Systeme selbstständig durchkämmt
Der erste Baustein von edda macht die Arbeit, die niemand im Haus je bezahlt bekommen hätte: Er liest über Jahrzehnte gewachsene Bestände und findet heraus, was womit zusammenhängt. Nicht als einmaliger Import, sondern als fortlaufender Vorgang mit Freigaben dazwischen.
Der Scout verbindet sich lesend mit freigegebenen Quellen, zerlegt Inhalte in Fragmente mit Herkunft und verknüpft sie über gemeinsame Schlüssel wie Auftrags- und Seriennummern. So entstehen Verbindungen zwischen Reklamation, Auftrag und Wartungseinsatz, die vorher niemand gezogen hat. Nach jeder Phase gibt das Fachteam frei, welche Quellen aufgenommen werden. Es entsteht ein Index mit Verweisen, keine zweite Datenbank.
Was der Scout technisch tut
Er verbindet sich lesend mit den freigegebenen Quellen — SAP über OData oder RFC, Microsoft 365 über die Graph API, Ticketsysteme über REST, Netzlaufwerke über SMB — und holt Inhalte samt Metadaten und Berechtigungen. Aus jedem Dokument entstehen Fragmente mit Herkunft: Welcher Abschnitt, aus welcher Datei, welche Version, wer darf ihn sehen.
Der interessante Teil kommt danach. Der Scout sucht nach gemeinsamen Schlüsseln — Auftragsnummern, Chargennummern, Seriennummern, Kundennamen — und verbindet Fragmente, die in verschiedenen Systemen liegen. So entsteht die Verknüpfung zwischen einer Reklamation von 2019, dem Auftrag von 2018 und dem Wartungseinsatz von 2021, die vorher niemand gezogen hatte.
Die Geschichte: der Extruder, den es schon gab
Ein Kunde fragt nach einem Extruder mit 120 mm Schnecke. Der Vertrieb kalkuliert neu, weil niemand weiß, ob es etwas Vergleichbares gab. Der Scout hatte das Projektarchiv, die Stücklisten und die Serviceberichte bereits verbunden. Die Antwort: Projekt 8854, Extruder mit 110 mm Schnecke, 2024 geliefert, Stückliste stimmt zu 87 Prozent überein — mit dem Hinweis, dass es dort Nacharbeiten an der Spindel gab und der Lösungsweg dokumentiert ist.
Der Wert liegt nicht nur in der gesparten Kalkulationszeit. Er liegt in dem Satz über die Nacharbeit, den sonst niemand gefunden hätte, weil er in einem Serviceticket stand und nicht im Projektordner.
Warum Human-in-the-Loop hier eingebaut ist
Nach jeder Phase gibt Ihr Team frei, welche Quellen aufgenommen werden. Das ist kein Formalismus: Es gibt in jedem Betrieb Ablagen, die niemand erschlossen haben will — alte Personalordner, Vertragsentwürfe, private Postfachbereiche. Diese Entscheidung trifft der Fachbereich, nicht der Algorithmus, und sie ist protokolliert.
Was der Scout nicht ist
Kein Import in eine neue Datenbank, die Sie danach pflegen müssen. Der Inhalt bleibt in Ihren Systemen führend; es entsteht ein Index mit Verweisen. Ändert sich ein Dokument in SharePoint, ändert sich die Antwort. Bei Vertragsende wird der Index nachweisbar gelöscht.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Erschließung?
Für zwei bis drei Quellen typischerweise Tage, nicht Monate. Länger dauert selten die Technik, sondern die Klärung, welche Bereiche freigegeben werden und wie die Berechtigungen dort gepflegt sind. Deshalb beginnt diese Abstimmung idealerweise in der ersten Woche, parallel zum technischen Anschluss.
Kopiert der Scout unsere Dokumente?
Nein, es entsteht ein Index aus Fragmenten mit Verweis auf die Fundstelle, kein zweiter führender Datenbestand. Der Inhalt bleibt im Quellsystem, Änderungen dort schlagen auf die Antworten durch, und bei Vertragsende lässt sich der Index nachweisbar löschen.
Was passiert mit Dokumenten, die niemand sehen soll?
Die werden gar nicht erst erschlossen. Nach jeder Phase entscheidet Ihr Fachbereich, welche Quellen und Bereiche aufgenommen werden, und diese Entscheidung ist protokolliert. Zusätzlich greift die Berechtigungsspiegelung: Selbst innerhalb erschlossener Bereiche sieht jeder nur, was er ohnehin öffnen dürfte.
Funktioniert das auch mit alten gescannten PDFs?
Ja, über Texterkennung. Gerade in Zeichnungsarchiven und Serviceordnern liegt viel Wissen in gescannten Dokumenten, und häufig ist es das wertvollste, weil es die ältesten Projekte betrifft. Die Erkennungsqualität sollten Sie im Piloten an Ihren eigenen Altbeständen prüfen, nicht an Beispieldateien.
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