ESG

Abfalldaten und Kreislaufwirtschaft: Warum die Recyclingquote selten stimmt, wenn sie zum ersten Mal berechnet wird

13.07.2026 · 7 Min · Masiar Ighani · CEO

Kaum ein Datenpunkt im Nachhaltigkeitsbericht wird so oft zu positiv geschätzt wie die Recyclingquote. Der Grund liegt selten in Absicht, sondern darin, dass Entsorgungsnachweise, Wiegescheine und interne Abfallbilanzen in getrennten Systemen liegen und nie systematisch zusammengeführt wurden.

Byte · ESGESGByteKreislaufquote

Warum Abfalldaten heute in drei verschiedenen Systemen liegen

Die Entsorgungsnachweise vom Entsorgungsfachbetrieb landen im E-Mail-Postfach des Umweltbeauftragten, die Wiegescheine der Container liegen in Papierform am Werkstor, und die interne Materialbilanz führt die Einkaufsabteilung getrennt davon in ihrem eigenen System. Am Jahresende wird daraus eine Recyclingquote zusammengerechnet, die auf drei nicht miteinander abgestimmten Datenquellen beruht.

Besonders kritisch wird es bei der Unterscheidung zwischen stofflicher und energetischer Verwertung, weil ESRS E5 hier klar differenziert und nur echtes Recycling in die entsprechende Kennzahl einfließen darf. Wer Verbrennung mit Energierückgewinnung fälschlich als Recycling zählt, meldet eine Quote, die bei der Prüfung nicht standhält.

Die erste selbst berechnete Recyclingquote ist fast immer zu positiv, weil energetische und stoffliche Verwertung vermischt werden.

Was ESRS E5 an Kennzahlen fordert

Der Standard verlangt Angaben zu Materialeinsatz, Abfallmengen nach Gefährlichkeit und Verwertungsart sowie zum Anteil rezyklierter Materialien am Gesamteinsatz. Zusätzlich sollen Unternehmen darlegen, welche Maßnahmen sie ergreifen, um Abfall zu vermeiden oder Materialkreisläufe zu schließen, was ohne belastbare Ausgangsdaten kaum konkret zu formulieren ist.

  • Materialeinsatz und Herkunft je Produktlinie oder Standort
  • Abfallmenge getrennt nach gefährlich und nicht gefährlich
  • Klare Trennung von stofflicher und energetischer Verwertung
  • Anteil rezyklierter Materialien am gesamten Materialeinsatz

Von Entsorgungsbeleg zur Kreislaufquote

KI-gestützte Systeme können Entsorgungsnachweise, Wiegescheine und interne Materialbilanzen automatisch einlesen, den jeweiligen Abfallarten zuordnen und Doppelzählungen erkennen, bevor sie in die Kennzahl einfließen. Damit lässt sich eine belastbare Kreislaufquote in Tagen statt Wochen aufbauen. Welche konkreten Datenpunkte ESRS E5 dabei verlangt, ist in ESRS-Datenpunkte verstehen und erfassen zusammengefasst, ein unverbindliches Erstgespräch zur eigenen Datenlage bietet unser Angebot.

Wer stoffliche und energetische Verwertung sauber trennt, verliert auf dem Papier oft Prozentpunkte, gewinnt aber eine Zahl, die einer Prüfung standhält.

Häufige Fragen

Zählt thermische Verwertung mit Energierückgewinnung als Recycling?

Nein, ESRS E5 verlangt eine klare Trennung, nur stoffliche Verwertung darf in die Recyclingquote einfließen.

Reichen die Entsorgungsnachweise als alleinige Datenquelle?

Sie sind eine wichtige Quelle, sollten aber mit internen Wiegedaten abgeglichen werden, um Mengenabweichungen zu erkennen.

Wie belastbar ist Ihre aktuelle Recyclingquote wirklich?

Der ESG-Check zeigt, wo Ihre Abfalldaten für ESRS E5 noch zusammengeführt werden müssen.

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