Die Anfrage kam Montag rein. Eigentlich ein Standardfall: ähnliche Maschine, ähnliche Stückliste, das gab es alles schon mal. Aber das Wissen liegt in 3.000 Altangeboten, und die durchsucht niemand freiwillig. Also wird neu kalkuliert, nachgefragt, geschätzt. Donnerstag ging das Angebot raus. Der Zuschlag ging Mittwoch woandershin.
Mit KI wird das Archiv zur Waffe: Altangebote, Stücklisten und Preise werden in einem Zug recherchiert, Positionen vorbefüllt, mit Marge und Quelle. Aus Tagen werden Stunden, und die Kalkulation ist belastbarer als jede Hektik-Schätzung.
Der Vertrieb verkauft wieder, statt zu suchen. Etwa 250 Stunden im Jahr kommen zurück, und die Marge bleibt, wo sie hingehört.
Die Kennzahl, um die es geht, heißt Time-to-Quote. Im Angebots-Case, den wir auf /angebots-check offenlegen, ist sie von rund drei Wochen auf 4 bis 24 Stunden gefallen, ausgewiesen als Vorher-Nachher der Landingpage. Ob Ihr Haus heute bei drei Wochen liegt, weiß niemand außer Ihnen. Deshalb beginnt jedes Projekt damit, dass wir die Anfragen Ihres letzten Quartals durchzählen.
Der größte Posten in dieser Zeit ist nicht das Rechnen, sondern das Suchen. Branchentypisch verschwinden rund 80 Prozent des Aufwands pro Anfrage in der Recherche: Welche Maschine war das damals, welcher Preis stand drin, welcher Lieferant hat geliefert. Genau dieser Teil lässt sich an ein System abgeben, das die 3.000 Altangebote in einem Zug liest und zu jeder Position die Fundstelle mitliefert.
Zwei weitere Effekte sind branchentypisch und keine Zusage: 5 bis 15 Prozent höhere Marge, weil vorbefüllte Positionen seltener zu tief geschätzt werden, und bis zu dreimal so viele Angebote mit demselben Team. Der zweite Wert ist im Zweifel der interessantere, denn Ihr Engpass ist selten der Markt, sondern die Zahl der Anfragen, die Ihre Leute bearbeiten können.
Im Alltag sieht das dann so aus. Montag, 9:30, die Anfrage liegt im Postfach. Der Kalkulator öffnet sie, daneben stehen vier vergleichbare Altangebote mit Datum, Kunde, Preis und erzielter Marge, dazu die Positionen, die sich übernehmen lassen. Er prüft, streicht zwei Positionen, korrigiert eine dritte und schickt das Angebot am Dienstagmorgen raus.
Schnelligkeit ist im Angebotsgeschäft keine Tugend. Sie ist der Auftrag.